Zecken - wie kann man sich schützen?

Ob barfuß im Gras laufend, picknickend im Park oder tobend durch Wälder und Gebüsch – Der Frühling ist endlich wieder da. Aber Achtung, denn die heimischen Zecken sind wieder unterwegs!

Hierbei ist es wichtig zwischen den unterschiedlichsten Zeckenarten zu unterscheiden, um seine Kinder, Familie und sich dementsprechend prophylaktisch gegen Zeckenerkrankungen wie Hirnhautentzündung, Lähmungen, Hautrötungen und Fieber schützen zu können. Die beiden bekanntesten durch Zeckenbiss übertragenen Erkrankungen sind die Frühsommer-Meningo-Enzephalitits, kurz FSME, und Lyme-Borreliose. Erhöhtes Risiko durch einen Zeckenbiss an FSME zu erkranken, liegt besonders in Süddeutschland wie Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen und südöstlichen Thüringen häufiger vor. Jedoch die häufigste Erkrankung ist Lyme-Borreliose, welche von Zecken in nördlichen Teilen Asiens, Amerika, Europas und ganzflächig in Deutschland übertragen werden können. 1,5 bis 6% der Lyme-Borreliose infizierte Personen weisen erst nach mehreren Wochen bis Monaten bemerkbare Erstsymptome wie Hautrötungen, um den Zeckenbiss, Fieber und Kopfschmerzen auf.

 

Daher Prophylaxe statt Nachsicht:

 

  • Lange Kleidung und keine offene Schuhe in Risikogebieten wie Wald, Gebüsch, Unterholz und Gräser tragen
  • Repellentien können bis zu einem gewissen Umfang von 2 Stunden gegen Zeckenbisse wirken
  • Nach jedem Besuch eines „Zecken-Risikogebietes“, den Körper nach Zecken absuchen, sowie ggf. gleich duschen, da Zecken, die sich noch nicht auf der Haut festgesetzt haben, abgespült werden können. (Klappt nur bei Zecken, die sich noch bewegen!)
  • prophylaktische Einnahme von Antibiotika gegen Zeckenbisse wird generell NICHT empfohlen
  • Impfen gegen FSME ist möglich, aber noch nicht gegen Lyme-Borreliose

 

 

Impfung gegen FSME:

 

  • Vor allem Kinder und Erwachsene ab 40 Jahren sollten auf einen durchgehenden Impfschutz achten
  • Je nach Impfstoffhersteller (BAXTER oder NOVARTIS) sind unterschiedliche Fristen beim Impfen einzuhalten (Schnellimpfverfahren ist z. T. möglich):

FSME-Impfneuling:

  • 1.Impfdosis, nach 1-3 Monate 2. Impfdosis und nach 5-12 Monaten(FSME-Immun, Baxter) oder 9-12 Monaten (Encepur, Novartis) die 3. Impfdosis. Auffrischungen nach 3 Jahren.


Schnellimpfverfahren:

  • 1.Impfdosis, nach 1-2 Wochen die 2. Impfdosis und nach ungefähr 3 Wochen die 3. Impfdosis.

 

 

 

Zeckenbiss… und jetzt:

 

  • Keine Panik!
  • Saubere Zeckenkarte, - zange oder – Pinzette benutzen
  • Möglichst nahe an der Haut das Werkzeug zur Zeckenentfernung ansetzen, Zecke fest fixieren und mit einer gleichmäßiger Bewegung die gesamte Zecke herausziehen (Drehbewegung kann kontraproduktiv sein, da ggf. die Zecke abgedreht, Teile des Tieres in der Haut bleiben und das Zeckensekret in die menschliche Blutbahn abgegeben werden kann, was wiederum zu Infektionen führen kann)
  • Falls eine Zecke länger wie 12 Stunden in der Haut sitzt oder Erstsymptome wie Wanderröte,  xtreme Schlappheit und/oder länger auftretende Kopfschmerzen auftreten, bitte unbedingt den Arzt konsultieren.

 

 

Therapie gegen Lyme-Borreliose

 

  •   Nach ärztlicher Diagnose werden meist Antibiotika wie Tetracycline z.B. Doxycyclin verschrieben
  •   Kinder und Schwangere erhalten meist Amoxicillin oder Cefuroxim
  •   Bei Unverträglichkeiten wird Azithromycin verschrieben

 

 

 

Reise-Tipp:


Bevor Sie in den nächsten Urlaub fahren, überprüfen Sie rechtzeitig, ob eine FSME-Impfung empfohlen wird und ob ggf. eine Impfauffrischung nötig ist.

Dann steht Ihrem Abenteuer nichts mehr im Weg!

 

 

Referenzen:


1. Robert Koch Institut, Epidemiologisches Bulletin, FSME: Risikogebiete in Deutschland, 27.04.2017 Nr.17. 


2. Robert Koch Institut, www.rki.de/SharedDocs/FAQ/FSME/FSME-Impfung/FSME-Impfung.html.

3. Robert Koch Institut, www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_LymeBorreliose.html.

4. Institut für Immunologie, Universität Heidelberg, Impfstoffe gegen die Zeckenbiß-Borreliose, Priv.-Doz. Dr. Michael Kramer, Ruperto Carola, 3/1997.

5. Robert Koch Institut, www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaett

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